1000 Jahre Stadtgeschichte

Kronacher

Stadtgeschichtspromenade

 

Tafel 5:

1249 Erste Erwähnung „Rosenberg“

In einer 1249 verfassten Bulle des Papstes Innozenz IV. wird zum ersten Mal der Name „Rosemberc“, auf deren Bezeichnung auch die vom Künstler unterhalb der Mauern eingefügten Rosenhecken hinweisen, erwähnt.

Mit diesem Datum wird der Baubeginn im Zentrum der heute be-stehenden, gewaltigen Anlage als nördliche Verteidigungsbastion des Bistums und - wie in vielen Kriegsjahren der folgenden Jahrhunderte notwendig - auch als sicherer Aufbewahrungsort für den Staatsschatz und das Domarchiv aus der nicht ausreichend befestigten Residenzstadt Bamberg verbunden.

vor 1300 Stadt- und Marktrechte

Bereits weit vor 1300 ist anzunehmen, dass Kronach aus der allgemein üblichen mittelalterlichen Tradition heraus eine Reihe von Rechten wie die Garantie für frei vererblichen Besitz, persönlichen Schutz und Unabhängigkeit des Einzelnen, Vorkaufsrecht an Markt-tagen und Privilegien gegenüber Auswärtigen innehatte. Insbesondere die obligatorische Erlaubnis zum früh begonnenen Mauerbau bestätigt dieses Vorrecht, da das Stadtrecht nur innerhalb eines abgesteckten Areals galt.

Heinrich Schreiber hat unter der Jahreszahl 1300 deshalb eine Palisadenkonstruktion und eine Steinmauer eingefügt, zwischen denen ein Torwächter seinen Dienst leistet.

1320 Ältestes bekanntes Stadtsiegel

Der älteste erhaltene Abdruck des Kronacher Stadtsiegels – hier in der Darstellung des den entsprechenden Petschaft haltenden Stadtschreibers nach dem Siegeln - ist einer Urkunde von 1320 angehängt und wurde zum Stadtwappen mit „redenden“ Bilder, einer heraldisch stilisierten Burg und einer darunter befindlichen Zinnenmauer auf einem Berg. Seitlich ranken beblätterte Zweige und in der Mitte ein Strauch mit drei Rosen empor. Die Umschrift des eigentlich die Burg Rosenberg darstellenden Siegels lautet aber „+ S(igillum) Civitatis in Chranach“, also Siegel der Bürgerschaft in Kronach.

1384 Erste Stadtordnung

Im Zusammenhang mit einer Entschädigungsanordnung für einen großen Stadtbrand gestattete Bischof Lamprecht von Brunn den Bürgern von Kronach die Wahl von zwei Bürgermeistern aus den eigenen Reihen, die sich wiederum einen „Geschwornen Rath“ wählen sollten. Dieses Privileg war der entscheidende Schritt zur bürgerlichen Selbstverwaltung der Stadt, die bis dahin von einem bischöflichen Beamten regiert worden war.

1394 Erste Erwähnung einer Wasserversorgung

Im Gerichtsbuch der Stadt ist für den 2. Januar 1394 die erste Erwähnung eines Rohrbrunnens zu finden. Dazu gehörten noch zwei Brunnenkästen und Eichenholzröhren, die von „Heintzen Mulner uf dem Steyn“, also dem Steinmüller, hergestellt werden sollten.